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Aus der Schulgeschichte Zusamaltheim

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 11:40

Artikel zum Ein­wei­hung des neuen Schul­hauses: Wertinger Zeitung, Nr. 247 vom 25. Okto­ber 1963:

Im ältesten Band der Heili­gen (=Kirchen-)Rechnung von St. Mar­tin in Zusamaltheim lesen wir bei den Aus­gaben für 1580: „So hat man des Schuelmeis­ters Haus dieses Jahr gebaut, 118 Gulden und 56 Kreuzer!“. Hans Wintzig und Veit Bih­ler waren damals Kirchenpfleger, der Domherr Got­tfried von Stein Lehen­sh­err in Zusamaltheim.

Der Schreiner hat im fol­gen­den Jahr „an des Schuelmeis­ters Amt­shaus ver­di­ent einen Gulden und 15 Kreuzer“: 1592 gab es einen neuen Kach­e­lofen für einen Gulden. Auf einer Dien­streise zum Herrn Got­tfried nach Dillin­gen durften der Lehrer und sein Roß zusam­men eine Zeche von 34 Kreuzern machen, das war ein guter Mau­r­erlohn für zwei Tage.

Ein­ma­lig ist es, dass man in Zusamaltheim nicht vom Mes­ner spricht, son­dern nur vom Schul­meis­ter, der freilich auch Mes­ner­di­en­ste tat. Ebenso lesen wir nicht vom Mes­ner­haus, son­dern immer nur vom Amt­shaus. Man wußte also in Zusamaltheim schon vor 400 Jahren den Schul­meis­ter und sein Haus nach Gebühr zu ehren.

Es war sicher­lich nicht das erste Haus dieser Art. Wenn auch die Aus­lage von 1579 mit 31 Kreuzern für das „Dachdecken“ auf ein Stro­hdach schließen lässt, so wurde gewiß schon vorher Schule gehal­ten, weil die jährlichen Aus­gaben für den Lehrer in der Kirchen­rech­nung mit drei Gulden und vier Met­zen Roggen ganz regelmäßig wie von alter­sher ver­bucht sind. Die genan­nte Summe bedeutet kein Gehalt, son­dern eine Art Hon­o­rar, das die Form einer ver­traglichen Bindung darstellt. Wesentlich und grundle­gend ist das Heima­trecht, gle­ich den Handw­erksmeis­tern, freie Woh­nung, jedes Gemein­derecht und Gemein­de­gründe. In Zusamaltheim kam dazu die ver­bürgte Frei­heit von jeder Gemein­de­last und –abgabe ein­schließlich Dien­stleis­tung und Ein­quartierung. Der Stadel zum Sölden­recht gab die Möglichkeit, freien Grund zu erwer­ben und zu bebauen. Aus Kirche, Stiftun­gen und Schul­geldern kam noch eine geregelte summe fes­ter Besol­dung, die wir später erwähnen.

Weil der Wind im Jahre 1592 in Kirche und Schul­haus einige Fen­ster einge­drückt hat, kön­nen wir uns leichter in der Nach­barschaft umse­hen. Allererst wurde die Son­nenuhr auf dem Kirch­turm 1578 mit fast fünf Gulden erneuert. Der Palme­sel in der Kirche bekam vom Wag­ner einen neuen Kar­ren, das heißt Holzräder unter die Füße, er lief also motorisiert. Eine Vorsän­gerin für Gottes­di­en­ste und Umgänge ver­di­ente jährlich einen Gulden. Ihre Leis­tung mussten später zwei Män­ner voll­brin­gen. Die Kirchen­stühle hat man 1586 verteilt, beim alljährlichen Kerzen­machen gab es für die 15 Helfer eine Mor­gen­suppe im Wert von 24 Kreuzern. Die Fah­nen­träger bei den Wall­fahrten nach „Fei­he­lau“ und zu St. Sebas­t­ian nach Affal­tern dür­fen für zehn Kreuzer Brot essen. Das Storchennest hat man von der Kirche her­abgenom­men und auf´s Tanzhaus gesetzt. Drei Glocken läuteten vom Turm und zur Osterzeit brauchte die Kirche 1000 kleine Hostien. Für „Kind­slehre und Kat­e­chis­mus“ gab es „Paternuster“(Rosenkränze) und gemalte Briefe (Bild­chen) als Beloh­nung. Auch das Aufkirch­lein der hl. Feliz­itas – der Name darf in Zusamaltheim nicht ausster­ben! – wurde erneuert, bekam jedes Jahr eine Kerze und sam­melte fromme Stiftun­gen, die 200 Jahre später der Schule dienten.

Der Dreißigjährige Krieg hat das Amt­shaus so wenig geschont wie seine Bewohner. Pfar­rer und Kam­merer Johann Bunk, aus Bin­swan­gen gebür­tig, hat 1662 einen neuen Schul­meis­ter aus Emer­sacker nach Zusamaltheim gebracht und ihm seine Schwester mit Auss­teuer zur Frau gegeben. Seit­dem gin­gen die guten Beziehun­gen zwis­chen den bei­den Gemein­den segen­sre­ich über den Berg.

Im Jahre 1677 kam Georg Rieder aus Biber­bach nach Zusamaltheim. Er stammte aus Bozen und war 1658 in Biber­bach zuge­zo­gen und dort gle­ich als Schul­meis­ter angenom­men wor­den. Hier lohnte sich die Anziehungskraft und das Ver­trauen Zusamaltheims. Im Schul­haus wuchs ein Geschlecht heran, das gle­ich den Bauern und Söld­nern heimatver­bun­den und ansäs­sig blieb. Petrus Rieder wurde 1680 des Vaters Nach­fol­ger. 30 Jahre später holte sich die Enke­lin Elis­a­beth den Johann Kraus aus Bin­swan­gen ins Herz und Haus. Zu früh griff der Tod in die Har­monie: Elis­a­beth starb 1734, zwei Jahre später inner­halb von fünf Tagen ihr Vater und ihr Mann.

Der junge Johann Kas­par Kraus über­nahm mit 20 Jahren die Schule und blieb ledig, um vor­erst seinen kleinen Brüder und Schwest­ern das Brot mitzu­ver­di­enen. Im Mai 1738 erlag er der Pest, „ungarische Krankheit“ oder „böse Krankheit“ geheißen. En schöner Nachruf im Toten­buch erin­nert an das Ende in der vierten Lehrergeneration.

Doch das Haus der ewigen Jugend darf nicht leer­ste­hen. Schon nach drei Monaten hatte Zusamaltheim wieder einen Lehrer, Ambros Schuler von Bur­gau, ver­heiratet mit einer Anna Cräusin, ver­mut­lich einer Schwester des ver­stor­be­nen jun­gen Lehrers Krauss. So wurde es in der Fol­gezeit fast wie zuvor: Der Vater über­gab dem Sohn und dieser mit 72 Jahren dem Enkel. Den Ehren­sold für Johannes Schuler hatte St. Feliz­itas rechtzeitig zurück­gelegt. Von ihrem Heili­gen­ver­mö­gen über­ließ man ihm jährlich 52 Gulden. Von seiner Orgel musste ihn der Tod weg­holen. Seit 1816 war Sales Schuler Lehrer in Zusamaltheim. Er starb 1853.

Seinen Groß­vater hat­ten die vier Dör­fer im Jahre 1744 durch eine Bestal­lung­surkunde in seinen Forderun­gen fes­tle­gen wollen. Die vier Urkun­den wur­den gle­ich so gut ver­wahrt, dass im Stre­it­fall keine mehr zu finden war und darum mur­rte man 1836 „nur im Stillen“.

Die Aufk­lärung hatte inzwis­chen viel umgestoßen und verän­dert. Zuerst nahm man St. Feliz­itas das Schul­geld für 30 Kinder und acht Gulden fürs Holz. Nach 1811 holte die Regierung runde 100 Gulden für die Schulk­lasse aus der kirch­lichen Stiftung und im Jahre 1831 wur­den es 350 Gulden. Sales Schuler hatte 1836 neben der freien Woh­nung und eini­gen Feldern ins­ge­samt 722 Gulden aus seinem Dienst. Für einen Helfer gin­gen gle­ich 150 ab. Sein eigener Anteil gliederte sich in Mes­ner­di­enst mit 215 Gulden, Chor­di­enst 74 Gulden und 431 Gulden für den eigentlichen Schul­dienst. In die Werk­tagss­chule gin­gen 48 Buben und 64 Mäd­chen. Die ganze Pfar­rei zählte 1149 See­len im Jahre 1823, 1869 schon 1391 Einwohner.

Im Jahr 1789 hat das Domkapi­tel Augs­burg einen Schul­haus­neubau in Auf­trag gegeben. Die Kirchen­s­tiftung über­nahm die halbe Baulast, in die anderen Hälfte teil­ten sich Kapi­tel und Gemeinde. Dem späteren Urteil nach wurde so für 2400 gulden eine prächtige Woh­nung hingestellt, aber für die Schule ein recht unzweck­mäßiger Raum. Wir dür­fen damit wohl vom fün­ften Schul­haus in Zusamaltheim sprechen: Wir fan­gen mit dem Vorgänger von 1580 an und rech­nen mit einem Not­bau um 1660 und einem besseren Nach­fol­ger um 1700. Was die Meis­ter Bihlmeyer (Holzen) und Johann Georg Christa (Zusamaltheim) 1780 gebaut hat­ten, das gestal­tete Mau­r­ermeis­ter Greiner von Bin­swan­gen im Jahre 1854 auf Regierungsentschließung um. Er brachte es fer­tig, einen Auf­trag von 1600 Gulden für nur 1300 auszuführen. Wie selt­sam diese gute alte Zeit doch war!

Zusamaltheim hat heute eine neue Schule, ein „Amt­shaus“ wie ehe­dem, nur schöner als das höch­ste Amt im Land­kreis. Paten­stelle hal­ten die wohlver­di­en­ten und gottseli­gen Schul­meis­ter unserer Väter und Vor­fahren. Patrone bleiben immer­dar St. Mar­tin, der Kirchen­heilige und Kinder­fre­und und St. Feliz­itas, die hl. Witwe mit ihren sieben Söh­nen. (J.F.)

(Artikel zum Ein­wei­hung des neuen Schul­hauses: Wertinger Zeitung, Nr. 247 vom 25. Okto­ber 1963)

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Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 10:23

 

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