• featured
  • featured
  • featured
  • featured
  • featured
  • featured
  • featured
  • featured
  • featured

Aus der Schulgeschichte Zusamaltheim

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 11:40

Artikel zum Ein­wei­hung des neuen Schul­hauses: Wertinger Zeitung, Nr. 247 vom 25. Okto­ber 1963:

Im ältesten Band der Heili­gen (=Kirchen-)Rechnung von St. Mar­tin in Zusamaltheim lesen wir bei den Aus­gaben für 1580: „So hat man des Schuelmeis­ters Haus dieses Jahr gebaut, 118 Gulden und 56 Kreuzer!“. Hans Wintzig und Veit Bih­ler waren damals Kirchenpfleger, der Domherr Got­tfried von Stein Lehen­sh­err in Zusamaltheim.

Der Schreiner hat im fol­gen­den Jahr „an des Schuelmeis­ters Amt­shaus ver­di­ent einen Gulden und 15 Kreuzer“: 1592 gab es einen neuen Kach­e­lofen für einen Gulden. Auf einer Dien­streise zum Herrn Got­tfried nach Dillin­gen durften der Lehrer und sein Roß zusam­men eine Zeche von 34 Kreuzern machen, das war ein guter Mau­r­erlohn für zwei Tage.

Ein­ma­lig ist es, dass man in Zusamaltheim nicht vom Mes­ner spricht, son­dern nur vom Schul­meis­ter, der freilich auch Mes­ner­di­en­ste tat. Ebenso lesen wir nicht vom Mes­ner­haus, son­dern immer nur vom Amt­shaus. Man wußte also in Zusamaltheim schon vor 400 Jahren den Schul­meis­ter und sein Haus nach Gebühr zu ehren.

Es war sicher­lich nicht das erste Haus dieser Art. Wenn auch die Aus­lage von 1579 mit 31 Kreuzern für das „Dachdecken“ auf ein Stro­hdach schließen lässt, so wurde gewiß schon vorher Schule gehal­ten, weil die jährlichen Aus­gaben für den Lehrer in der Kirchen­rech­nung mit drei Gulden und vier Met­zen Roggen ganz regelmäßig wie von alter­sher ver­bucht sind. Die genan­nte Summe bedeutet kein Gehalt, son­dern eine Art Hon­o­rar, das die Form einer ver­traglichen Bindung darstellt. Wesentlich und grundle­gend ist das Heima­trecht, gle­ich den Handw­erksmeis­tern, freie Woh­nung, jedes Gemein­derecht und Gemein­de­gründe. In Zusamaltheim kam dazu die ver­bürgte Frei­heit von jeder Gemein­de­last und –abgabe ein­schließlich Dien­stleis­tung und Ein­quartierung. Der Stadel zum Sölden­recht gab die Möglichkeit, freien Grund zu erwer­ben und zu bebauen. Aus Kirche, Stiftun­gen und Schul­geldern kam noch eine geregelte summe fes­ter Besol­dung, die wir später erwähnen.

Weil der Wind im Jahre 1592 in Kirche und Schul­haus einige Fen­ster einge­drückt hat, kön­nen wir uns leichter in der Nach­barschaft umse­hen. Allererst wurde die Son­nenuhr auf dem Kirch­turm 1578 mit fast fünf Gulden erneuert. Der Palme­sel in der Kirche bekam vom Wag­ner einen neuen Kar­ren, das heißt Holzräder unter die Füße, er lief also motorisiert. Eine Vorsän­gerin für Gottes­di­en­ste und Umgänge ver­di­ente jährlich einen Gulden. Ihre Leis­tung mussten später zwei Män­ner voll­brin­gen. Die Kirchen­stühle hat man 1586 verteilt, beim alljährlichen Kerzen­machen gab es für die 15 Helfer eine Mor­gen­suppe im Wert von 24 Kreuzern. Die Fah­nen­träger bei den Wall­fahrten nach „Fei­he­lau“ und zu St. Sebas­t­ian nach Affal­tern dür­fen für zehn Kreuzer Brot essen. Das Storchennest hat man von der Kirche her­abgenom­men und auf´s Tanzhaus gesetzt. Drei Glocken läuteten vom Turm und zur Osterzeit brauchte die Kirche 1000 kleine Hostien. Für „Kind­slehre und Kat­e­chis­mus“ gab es „Paternuster“(Rosenkränze) und gemalte Briefe (Bild­chen) als Beloh­nung. Auch das Aufkirch­lein der hl. Feliz­itas – der Name darf in Zusamaltheim nicht ausster­ben! – wurde erneuert, bekam jedes Jahr eine Kerze und sam­melte fromme Stiftun­gen, die 200 Jahre später der Schule dienten.

Der Dreißigjährige Krieg hat das Amt­shaus so wenig geschont wie seine Bewohner. Pfar­rer und Kam­merer Johann Bunk, aus Bin­swan­gen gebür­tig, hat 1662 einen neuen Schul­meis­ter aus Emer­sacker nach Zusamaltheim gebracht und ihm seine Schwester mit Auss­teuer zur Frau gegeben. Seit­dem gin­gen die guten Beziehun­gen zwis­chen den bei­den Gemein­den segen­sre­ich über den Berg.

Im Jahre 1677 kam Georg Rieder aus Biber­bach nach Zusamaltheim. Er stammte aus Bozen und war 1658 in Biber­bach zuge­zo­gen und dort gle­ich als Schul­meis­ter angenom­men wor­den. Hier lohnte sich die Anziehungskraft und das Ver­trauen Zusamaltheims. Im Schul­haus wuchs ein Geschlecht heran, das gle­ich den Bauern und Söld­nern heimatver­bun­den und ansäs­sig blieb. Petrus Rieder wurde 1680 des Vaters Nach­fol­ger. 30 Jahre später holte sich die Enke­lin Elis­a­beth den Johann Kraus aus Bin­swan­gen ins Herz und Haus. Zu früh griff der Tod in die Har­monie: Elis­a­beth starb 1734, zwei Jahre später inner­halb von fünf Tagen ihr Vater und ihr Mann.

Der junge Johann Kas­par Kraus über­nahm mit 20 Jahren die Schule und blieb ledig, um vor­erst seinen kleinen Brüder und Schwest­ern das Brot mitzu­ver­di­enen. Im Mai 1738 erlag er der Pest, „ungarische Krankheit“ oder „böse Krankheit“ geheißen. En schöner Nachruf im Toten­buch erin­nert an das Ende in der vierten Lehrergeneration.

Doch das Haus der ewigen Jugend darf nicht leer­ste­hen. Schon nach drei Monaten hatte Zusamaltheim wieder einen Lehrer, Ambros Schuler von Bur­gau, ver­heiratet mit einer Anna Cräusin, ver­mut­lich einer Schwester des ver­stor­be­nen jun­gen Lehrers Krauss. So wurde es in der Fol­gezeit fast wie zuvor: Der Vater über­gab dem Sohn und dieser mit 72 Jahren dem Enkel. Den Ehren­sold für Johannes Schuler hatte St. Feliz­itas rechtzeitig zurück­gelegt. Von ihrem Heili­gen­ver­mö­gen über­ließ man ihm jährlich 52 Gulden. Von seiner Orgel musste ihn der Tod weg­holen. Seit 1816 war Sales Schuler Lehrer in Zusamaltheim. Er starb 1853.

Seinen Groß­vater hat­ten die vier Dör­fer im Jahre 1744 durch eine Bestal­lung­surkunde in seinen Forderun­gen fes­tle­gen wollen. Die vier Urkun­den wur­den gle­ich so gut ver­wahrt, dass im Stre­it­fall keine mehr zu finden war und darum mur­rte man 1836 „nur im Stillen“.

Die Aufk­lärung hatte inzwis­chen viel umgestoßen und verän­dert. Zuerst nahm man St. Feliz­itas das Schul­geld für 30 Kinder und acht Gulden fürs Holz. Nach 1811 holte die Regierung runde 100 Gulden für die Schulk­lasse aus der kirch­lichen Stiftung und im Jahre 1831 wur­den es 350 Gulden. Sales Schuler hatte 1836 neben der freien Woh­nung und eini­gen Feldern ins­ge­samt 722 Gulden aus seinem Dienst. Für einen Helfer gin­gen gle­ich 150 ab. Sein eigener Anteil gliederte sich in Mes­ner­di­enst mit 215 Gulden, Chor­di­enst 74 Gulden und 431 Gulden für den eigentlichen Schul­dienst. In die Werk­tagss­chule gin­gen 48 Buben und 64 Mäd­chen. Die ganze Pfar­rei zählte 1149 See­len im Jahre 1823, 1869 schon 1391 Einwohner.

Im Jahr 1789 hat das Domkapi­tel Augs­burg einen Schul­haus­neubau in Auf­trag gegeben. Die Kirchen­s­tiftung über­nahm die halbe Baulast, in die anderen Hälfte teil­ten sich Kapi­tel und Gemeinde. Dem späteren Urteil nach wurde so für 2400 gulden eine prächtige Woh­nung hingestellt, aber für die Schule ein recht unzweck­mäßiger Raum. Wir dür­fen damit wohl vom fün­ften Schul­haus in Zusamaltheim sprechen: Wir fan­gen mit dem Vorgänger von 1580 an und rech­nen mit einem Not­bau um 1660 und einem besseren Nach­fol­ger um 1700. Was die Meis­ter Bihlmeyer (Holzen) und Johann Georg Christa (Zusamaltheim) 1780 gebaut hat­ten, das gestal­tete Mau­r­ermeis­ter Greiner von Bin­swan­gen im Jahre 1854 auf Regierungsentschließung um. Er brachte es fer­tig, einen Auf­trag von 1600 Gulden für nur 1300 auszuführen. Wie selt­sam diese gute alte Zeit doch war!

Zusamaltheim hat heute eine neue Schule, ein „Amt­shaus“ wie ehe­dem, nur schöner als das höch­ste Amt im Land­kreis. Paten­stelle hal­ten die wohlver­di­en­ten und gottseli­gen Schul­meis­ter unserer Väter und Vor­fahren. Patrone bleiben immer­dar St. Mar­tin, der Kirchen­heilige und Kinder­fre­und und St. Feliz­itas, die hl. Witwe mit ihren sieben Söh­nen. (J.F.)

(Artikel zum Ein­wei­hung des neuen Schul­hauses: Wertinger Zeitung, Nr. 247 vom 25. Okto­ber 1963)

Obst– und Gartenbauverein Sontheim

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 10:23

 

Obst– und Garten­bau­verein Sontheim 

Vor­sitzende        

Regina Grob
Vil­len­bacher Straße 6
86637 Son­theim
Tele­fon: 08296/1434

 

2. Vor­sitzende: Mar­tina Mairshofer
Kassierer: Mar­tina Vihl
Schrift­führer: Lissy Kratzer
Beisitzer: Annette Bal­let­shofer, Gudrun 
Lan­gen­maier, Mar­git Miller, Wal­ter Miller

Ehren­vor­sitzende: Leni Langenmaier

 

 

 


Der Zusamaltheimer Achtertanz

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 14:34

Bis 1958 wurde der Zusamaltheimer Achter bei öffentlichen Tanzver­anstal­tun­gen, z.B. im Fasching oder bei den Mai– und Kirch­wei­h­festen getanzt. Seine Entste­hungs­geschichte liegt lei­der im Dunkeln, aber sein Titel weist ihn als echten “Aldamer” aus. In der Veröf­fentlichung des Bezirks Schwaben, durch die Autoren Dag­mar Held und Uwe Rachruth heißt es: 

“Durch die Ver­mit­tlung von Kon­rad Bih­ler aus Zusamaltheim ist es gelun­gen den Achter­tanz wieder aufzuze­ich­nen. Im Archiv des örtlichen Musikvere­ins fan­den sich die Noten zum Achter­tanz. Vorgezeigt wurde der Achter von Thekla Deisen­hofer (*1916), Creszenz Wag­ner (*1914) und Theresa Wein­miller (*1915) am 19. März 1996. Nach ihren Angaben wurde der Achter noch bis 1958 auf den öffentlichen Tanzver­anstal­tun­gen getanzt. Her­zlichen Dank sei gesagt an Georg Miller, Ste­fan und Monika Hegele, Mar­tin Leopold und Dorothea Mayr für die tatkräftige und sachkundige Unter­stützung bei der Aufze­ich­nung. Und natür­lich beim örtlichen The­ater­verein und Män­ner­dreige­sang für ihr Inter­esse diesen Tanz wieder aufleben zu lassen”. (Quelle: Beratungsstelle Volksmusik des Bezirks Schwaben)

Mit einem Klick hier geht es direkt zur PDF-Anleitung des Tanzes, und wenn Sie hier klicken, finden Sie die Noten. . 

 

Unter dem Titel “Kom­pli­mente!” erschien ein inter­es­san­ter, lesenswerter Bericht über die Groß­tanz­for­men. Der Zusamaltheimer Achter wird dort auch erwähnt. 

https://www.bezirk-schwaben.de/volksmusik/fileadmin/dokumente/Taenze/Komplimente.pdf

Eine alte, vergessene Wallfahrt in Marzelstetten

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 10:24

 

Der Weiler Marzel­stet­ten war schon im Jahre 1350 eine Pfar­rei. Zu den Anfän­gen der “Wall­fahrt zu den heili­gen drei Marzeller” gibt es keine fundierten Angaben. Kranke Kleinkinder von 6–12 Wochen wur­den mit­ge­bracht und um ihre Gene­sung gebetet.

Im Jahre 1405 ist erst­mals der Name Marzeller erwähnt. Zu einer Wall­fahrt ist nichts ver­merkt. 1495 kaufte das Kloster Heilig Kreuz aus Augs­burg in Marzell­stet­ten einen Hof Nr. 4 (Mußbauer) mit den dazuge­höri­gen Gütern. Das Kloster ließ daraufhin eine Kapelle erbauen. Diese Kapelle wurde am 4.9.1569 eingeweiht. Aus dieser Zeit stam­men auch die jet­zi­gen Fig­uren der drei Marzeller, zu denen sich die Wall­fahrt entwick­elte. 1753 wurde wegen Baufäl­ligkeit eine neue Kapelle errichtet. Im Rah­men der Säku­lar­i­sa­tion 1811 wurde die Kapelle abge­brochen und die Fig­uren nach Wertin­gen ver­lagert. 1820 kon­nte man eine Genehmi­gung für eine offene Feld­kapelle erre­ichen. 1846/47 wurde aus einer Stiftung des Bauern Michael Rauch die Kapelle neu erbaut, 1851 ein Turm ange­fügt und ein Altar errichtet. 1859 kon­nten nach Zus­tim­mung des Landgerichts Wertin­gen die Fig­uren der drei Marzeller wieder in der Kapelle aufgestellt wer­den. Kirch­lich gehörte Marzel­stet­ten zur Pfar­rei Zusamaltheim. Im Jahre 1343 hatte der Weiler nur den Namen “Stet­ten”. Um 1400 wurde der Patron­sname der Kapelle hinzuge­fügt und somit ent­stand der Ort­sname Marzel­stet­ten. Im Jahre 1320 ist auch ein Kleinadel, “Hans von Steten” erwähnt. Im 14 Jahrhun­dert kauften die Augs­burger Klöster Heiliges Kreuz und Sankt Catha­rina Güter in Marzel­stet­ten. 1353 erwarb das Sank Katha­rina Klöster auch den Kirchen­satz der Kapelle zu Stetten.

Östlich der Kapelle steht das Anwe­sen mit dem Namen Mußbauer, das im Besitz des Klosters Heiligkreuz war. Dieser Name entstammte aus der Auf­gabe des Hof­be­sitzers, die zu den Heili­gen Marzellern mit­ge­brachten kranken Kinder ein “Müßle” zu kochen. Er musste auch die Wall­fahrer, die teil­weise aus dem Pfalzneubur­gis­chen oder aus der Ulmer Gegend kamen, eine Nacht beherber­gen. Dafür erließ man ihm die Zehn­ten­s­teuer. Der Name “Mußbauer” ist seit 1672 nachgewiesen. Am 10. August 1672 schrieb der Zusamaltheimer Vogt über die Wall­fahrt zum Heili­gen Marzello in Marzel­stet­ten, dass sie immer mehr zu nehme und auch schon vor dem Dreißigjähri­gen Krieg bestand.

Im Chor­raum der Kapelle sind in der Altar­nische die Gnaden­bild­fig­uren der drei Marzeller aufgestellt. Früher waren diese Holz­fig­uren nur Bruch­stücke. Sie wur­den später zu voll­ständi­gen Fig­uren umgear­beitet. Die linke Figur, der Hl. Marzelli­nus, wird im Volksmund der “GROTER” genannt und bedeutet, dass er in guter Gesund­heit steht. Die rechte Figur, der Hl. Marzelli­nus und Petrus, wird als der “UNGROTER” oder “BLEIBER” beze­ich­net und bedeutet ein krän­kliches Dahin­siechen, jedoch nicht ster­ben. Die mit­tlere Figur, der Hl. Marzel­lus, wird als der “STERBER” beze­ich­net. Die Wall­fahrer zün­de­ten immer drei gle­ich­große Kerzen an, für jeden Heili­gen eine. Sie beteten so lange, bis eine der Kerzen erlosch. Das Kerzeno­rakel bedeutete dann das Schick­sal des kranken Kindes.

1950 nahm die Zahl der Wall­fahrer ständig ab. Nach Aus­sage von Georg Rauch “MUßBAUER”, der wie seine Vor­fahren den Mess­ner­di­enst ver­richtet, sind zwis­chen­durch immer noch Wall­fahrer in der Kapelle im Gebet anzutr­e­f­fen. Dem Brauch des Müßlekochens wird nicht mehr nachge­gan­gen. 1980 wurde die let­zte Ren­ovierung durchge­führt. Auch heute noch wird alle 6 Wochen Gottes­di­enst in der Kapelle gefeiert.

Kon­rad Bihler

Quel­lenangabe: Elis­a­beth Holand Hausar­beit zur 1. Staat­sprü­fung Lehramt an Grundschulen

Aus dem Pfar­rbrief der Pfar­reienge­mein­schaft Zusamaltheim zu Wei­h­nachten 2013

Korbinian Khamm

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 18:00

 

Korbin­ian Khamm

Der Kirchen­mann und His­toriker Korbin­ian Khamm wird am 25. Jan­uar 1645 in Zusamaltheim geboren.  Als 17jähriger tritt er in das Stift St. Ulrich und Afra als Benedik­tin­er­mönch ein und legt 1663 die ewigen Gelübde – die Pro­fess – ab. 1669 wurde er zum Priester geweiht. Er unter­richtete in seinem dama­li­gen Kloster, von 1679 bis 1682 dann im Kloster Roggen­burg und später in Kempten The­olo­gie und Philosophie.

Khamm war 1688 Pfar­rer in Günzburg, bevor er als Sub­prior nach St. Ulrich und Afra zurück­kehrte. Sein bekan­ntestes Werk ist die “Hier­ar­chia Augus­tana chrono­log­ica tri­par­tita in partem cathe­dralem, collee­gialem et reg­u­larem”,  deren fünf Quar­t­bände in den Jahren 1709, 1712, 1714, 1717 und 1719 erschienen sind und von denen der erste die Rei­hen­folge und Geschichte der Bis­chöfe, Wei­h­bis­chöfe, Pröp­ste und der übri­gen Wür­den­träger der Augs­burger Kathe­drale, der zweite die Geschichte der Pröp­ste und Dekane der Kol­le­giatkirchen und der fün­fte die Rei­hen­folge der Äbte oder Pröp­ste der ver­schiede­nen Klöster der­sel­ben Diözese enthält. Der dritte Band bietet Nachträge zum ersten und der vierte eine Ein­leitung in den let­zten Band. Der vierte Band, unter anderem auch von den Ver­hält­nis­sen der Augustiner-Chorherren zum Benedik­tineror­den han­delte, wurde in Rom auf den Index gesetzt und vom Augustiner Augustin Erath in einer eige­nen Schrift ange­grif­fen, gegen die sich Khamm in einer “Defen­sio cen­so­ria” (1721) vertei­digte. 

Ungeachtet seiner angestrengten Tätigkeit erre­ichte er das hohe Alter von 85 Jahren und starb am 8. März 1730. 

 

Förderverein der VS Zusamaltheim

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 17:18

 

1. Vor­sitzen­der: Richard Almer

2. Vor­sitzende: Mar­got Belli

Schrift­führerin: Chris­tiane Grandé

Kassiererin: Patrizia Baumeister

 

Ansprech­part­ner Som­mer­fe­rien­pro­gramm: Jana Nis­seler, Sonja Bal­let­shofer und Ste­fanie Herzog

Leo Bunk

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 09:11

Leo Bunk ist ein Mitte der 80er Jahre des ver­gan­genen Jahrhun­derts erfol­gre­icher Fußballspieler.

Geboren wurde er am 23. Okto­ber 1962 in Zusamaltheim. Über die Nach­wuchs­man­nschaften des FC Augs­burg und des TSV 1860 München gelangte er zum dama­li­gen Zweitligis­ten Blau Weiß 90 Berlin, wo er von 1983 – 1986 als Stürmer spielte.

Die mit Abstand erfol­gre­ich­ste Sai­son spielte er 1985/86, als er mit 23 Toren in 26 Spie­len Torschützenkönig der zweiten Bun­desliga war. Auch ihm ver­dankt der Verein den Auf­stieg in die 1. Bun­desliga.  Später spielte er mit  VfB Stuttgart in der 1. Liga.

Johann Deisenhofer

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 09:11

Der Zusamaltheimer Ehren­bürger Pro­fes­sor Dok­tor Johann Deisen­hofer wurde am 30. Sep­tem­ber 1943 in Zusamaltheim als erstes Kind von Thekla und Johann Deisen­hofer geboren, später fol­gte das einzige Geschwis­ter: Antonie. Eigentlich von den Eltern wie üblich als Nach­fol­ger auf dem Hof einge­plant erkan­nte man bald, dass das Inter­esse des Jun­gen sich eher auf anderen Din­gen zuwandte. 1949 wurde er in Zusamaltheim eingeschult,

1956 wech­selte er an die „Knaben­mit­telschule Hl. Kreuz in Donauwörth, 1957 an die heutige Anton-Rauch-Realschule. Von 1959 bis 1963 besuchte er das Hol­bein Gym­na­sium in Augs­burg, wo er auch Abitur machte. Vom „Bay­erischen Staatsmin­is­terium für Unter­richt und Kul­tus“ erhielt Deisen­hofer ein Stipendium für beson­dere Begabung. Nach seiner Bun­deswehrzeit begann er sein Physik­studium an der Tech­nis­chen Uni­ver­sität in München, erkan­nte aber während des Studi­ums, dass er etwas anderes erwartet hatte. Zudem stieg sein Inter­esse an der Festkörperphysik.

1971 erfol­gte die erste Veröf­fentlichung eines Artikels in der Zeitschrift Phys­i­cal Review Let­ters. Im sel­ben Jahr begann Deisen­hofer seine Dis­ser­ta­tion am Max-Planck-Institut für Bio­chemie bei Robert Huber.

1974: Ende Dissertation

1974: Post-Doktorandenstelle bei Robert Huber, 1976 Umwand­lung in Festanstellung

1982: Anschluss an eine neue Arbeits­gruppe (Kristalli­sa­tion des Photosynthese-Reaktionszentrums von Rhodopseudomonas viridis) Erfol­gre­icher Abschluss 1987.

1986: Ausze­ich­nung mit dem Bio­log­i­cal Physics Prize der Amer­i­can Phys­i­cal Society

1988: Ausze­ich­nung mit dem Otto-Bayer-Preis

1988: Beru­fung als Pro­fes­sor für Bio­chemie der Uni­ver­sität von Texas in Dal­las, USA.

1988 erhielt er gemein­sam mit Robert Huber und Hart­mut Michel den Nobel­preis für Chemie für die rönt­gen­struk­tu­r­an­a­lytis­che Aufk­lärung der drei­di­men­sion­alen Struk­tur des pho­to­syn­thetis­chen Reak­tion­szen­trums von Pur­pur­bak­te­rien (Rhodopseudomonas viridis).

 

Seit 2001 ist Deisen­hofer amerikanis­cher Staatsbürger.

(Lebenslauf gekürzt)

Quellen: Biog­ra­phy Nobel Foun­da­tion 1988; Leibnitz-Kolleg Potsdam

Ignaz Agricola

Filed under: Allgemein — Winkelbauer @ 09:09

Ignaz (Igna­tio) Agri­cola, geb. 31. Juli 1661 zu Zusamaltheim im Augs­burger Bis­tum, trat 28. Sept. 1677 in den Jesuiten-Orden ein. Er studierte dort drei Jahre Philoso­phie und vier Jahre The­olo­gie, lehrte  zwei Jahre lang Gram­matik, zwei Jahre Poetik, sieben Jahre Rhetorik und zwei Jahre Logik und scheint beson­ders in München tätig gewe­sen zu sein, wo er um 1719 Präses der “Sodal­i­tas major”  war und 23. Jan. 1729 starb. Die vier Ordens­gelübde hatte er am 2. Feb­ruar 1695 abgelegt.

Einen unbe­strit­te­nen Ver­di­enst erwarb er sich  durch seine mit Fleiß und Aus­dauer auf Befehl seiner Obern gear­beit­ete “His­to­ria Provin­ciae Soci­etatis Jesu Ger­ma­niae supe­rio­sis, quique prima anno­rum com­plexa decades” , 1727, deren zweiter Teil, die Peri­ode von 1591–1600 umfassend, in seinem Todes­jahre erschien. Das Werk ist eine bleibende Quelle zur Ken­nt­nis dieser Ordensprovinz.